Faiths in Tune Berlin 2018 – Ein Erfahrungsbericht

In der UFA-Fabrik in Berlin fand am Sonntag, den 16. September 2018, das interreligiöse Musikfest Faiths in Tune statt. Spontan bin ich für meine Seedgroup in Vertretung dort gewesen und habe mit vielen unterschiedlichen, aber sehr interessierten Menschen gesprochen. Es ging um den Glauben und um Musik.

An diesem Tag konnte man in Tempelhof von überall verschiedene Musikklänge hören. Es wurde spontan getanzt, gemeinsam musiziert und gesungen. Viele verschiedene Glaubensrichtungen und philosophischen Strömungen kamen zusammen und haben sich friedlich ausgetauscht und voneinander gelernt. Auch die Paganen Wege & Gemeinschaften waren vertreten und waren meiner Meinung nach sehr interessant für viele Besucher.

Aber es gab nicht nur Informationsstände, sondern auch Vorführungen und interaktive Workshops. Ich habe mir viele verschiedene Dinge angesehen und gehört. Darunter war eine spontane schamanische Element-Musik-Session, ein bulgarischer Kinderchor, tahitianische Tänze und jüdisches Ballett.


Was mich an diesem Tag wirklich tief berührte, war der Workshop, den ich mitmachte. Ich tanze gerne und dachte, dass ein Hula-Kurs für 30 Minuten eine tolle Möglichkeit wäre einmal diese Art Tanz kennenzulernen. Dass ich so eine intensive Erfahrung machen würde, wusste ich natürlich nicht vorher.

Es begann mit einfachen Tanzschritten, die genau das widerspiegelten, was ich bisher schon gewusst habe. Einfache, wiegende Bewegungen mit ruhiger, ausdrucksstarker Musik. Doch dann erzählte die Tanzlehrerin Andrea Claassen-Hansen, dass die Bewegungen immer etwas zu bedeuten haben. Es ist überliefert, dass die Kulturen Ozeaniens mit ihrer jeweiligen Geschichte ähnlich umgegangen sind, was einen gemeinsamen Ursprung vermuten lässt.

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Hula

In Hawaii und anderen Inseln im Pazifik wurde die schriftarme Kultur über Worte weitergegeben. Doch dazu kommt, dass alle Kulturen einen besonderen Sinn für Musik, Rhythmus und Tanz hatten. Daraus entwickelte sich eine einzigartige, wundervolle Sprache, die sich über (vermutlich) Jahrtausende geformt hat: Hula.

Jede Bewegung, jeder Hüftschwung, jeder Schritt hat eine tiefe Bedeutung und sie übertragen bis heute geschichtliche Ereignisse, Kultur, Ahnenkunde und Gebete. Die Tanzform dient als Sprache der Menschen untereinander und zu ihren Göttern.

Hula kahiko ist die Form des traditionellen Tanzes, in der überlieferte Tänze und Gesänge weitergegeben werden.

Hula auana ist hingegen die moderne Form. Es beinhaltet die gleichen traditionellen Bewegungen, aber sie sind in neuen Kompositionen zu neuen Musikstücken zusammengesetzt.

Ich habe die Kraft der Worte und Bewegungen gespürt und habe sie in mich aufgesogen wie ein Schwamm. Es hat eine Saite in mir zum Klingen gebracht und lässt mich seitdem nicht mehr ganz los.

Und es hat in mir den Wunsch geweckt für meine Kultur etwas ähnliches zu entdecken. Ich weiß, dass es aus der Geschichte unmöglich zu rekonstruieren ist. Aber vielleicht kann ich für die Zukunft etwas anstoßen?

Worte mit Bedeutung hinterlassen immer Spuren im Herzen. Doch Musik bringt das Herz zum Schwingen.


Hier habe ich eine schöne Dokumentation über die hawaiische Kultur und den Hula gefunden. Sie ist auf Englisch und absolut sehenswert.


Quelle:

GoHawaii.com

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