7. Lange Nacht der Religionen 2018 – ein Erfahrungsbericht

Wie angekündigt war ich bei der Langen Nacht der Religionen in Berlin dabei. Und zwar nicht allein, sondern mit meiner Seedgroup Bärenwald vom (OBOD). Wir hatten einen kleinen aber feinen Informationsstand und haben ein Ritual durchgeführt. Das „Ritual der 7 Gaben des Druidentums“. Es war ein wirklich schönes Stück magische Arbeit und für mich auch ein ganz besonderer Moment.

41334435_948656578669274_549055575304962048_o

Die anderen paganen Gruppen

Außer dem OBOD waren noch wirklich viele andere pagane Gruppen vertreten.

 

Da ich die meiste Zeit am Buffet eingeteilt war, hatte ich nicht allzu viel Zeit um mich mit den anderen Gruppen zu unterhalten. Ich habe jedoch jede freie Sekunde genutzt um Menschen kennenzulernen. Spannend fand ich die Begegnung mit dem Ár nDraíocht Féin (ADF), einem anderen Druidenorden. Dieser ist komplett anders organisiert und eine religiöse Gemeinschaft (im Gegensatz zum OBOD, der eine spirituelle Philosophie als Leitgedanke hat). Die Unterschiede sind enorm, obwohl wir aus den gleichen Quellen unser Wissen beziehen.

Und ist es nicht im Endeffekt auch das, was uns jede Religion auf ihre Art mitteilen will? Auch wenn es einen Text gibt, oder ein Bild auf das sich bezogen wird, jeder interpretiert ihn/es anders. Es gibt niemals zwei identische Lesearten, Gedankenflüsse oder Interpretationsansätze. Und trotzdem gibt es immer wieder Menschen und Religionen, die ihre Meinung anderen aufdrängen wollen, sie dazu überreden wollen das gleiche zu denken und zu fühlen. Aus meiner Sicht absolut überflüssig und total bescheuert (sorry). Je mehr ich darüber nachdenke, umso weniger kann es eigentlich funktionieren.

Deswegen bin ich dem OBOD so dankbar, dass er mir eine Möglichkeit gibt ich selbst zu bleiben und mir sogar die Mittel in die Hand gibt herauszufinden, wer ich wirklich bin. Ohne Druck und ohne vorgefertigte Worte oder Gedanken.

Das OBOD Ritual

41379648_948656608669271_1492448088218927104_o
Die OBOD Mitglieder bei der Vorbereitung des Rituals. Wir haben, um uns zu sammeln, das Druids-Prayer gesprochen und drei Awens getönt. Es war eine schöne Sache an diesem wuseligen Tag einmal zusammen zu kommen, uns zu besinnen und gemeinsam Stärke und Inspiration zu suchen.

In unserem Ritual ging es um die sieben Gaben des Druidentums. Sie sind einer der Pfeiler unserer spirituellen Philosophie. Die Gaben geben uns einen Rahmen und Motivation für unsere spirituelle Arbeit. Sie drücken genau das aus, was mich besonders in dieser Welt berührt, antreibt und suchen lässt.

Der Westen brachte die Philosophie und Heilung.

Der Norden brachte die Verbindungen zur Natur und zu anderen Realitäten.

Der Osten brachte die Gabe der Reise.

Der Süden brachte das Potential und die Magie.

Zum Schluss gab es wie immer den Schwur, den wir uns gegenseitig leisten. Ich liebe dieses kleine Stückchen Text, das mir so viel gibt und das ich mir trotzdem immer wieder sagen und vor Augen halten muss. Ein Versprechen an mich, an meine Ordensgeschwister, meinen Mann, meine Freunde und meine Feinde.

We swear by peace and love to stand, heart to heart and hand in hand, mark oh Spirit and hear us now, confirming this our sacret vow.


Um eben jenen Schwur ging es auch bei dem Interview, dass ich an diesem Tag noch gegeben habe. Ich erhielt die Woche vorher eine Anfrage, ob ich nicht etwas zu Magie, Hexen und Schwüren sagen könnte. Es ist ein Studentenprojekt und ich bin sehr gespannt, was am Ende dabei heraus kam.

Als ich die Anfrage zuerst las, wollte ich ablehnen, denn eigentlich, dachte ich, würde ich keine Schwüre leisten. Für mich klingt da immer so etwas wie eine geheime, eingeschworene Gemeinschaft mit, die mit dunklen Mächten herumexperimentiert. Und dann erkannte ich, dass ich bereits Mitglied einer (halb) geheimen, eingeschworenen Gemeinschaft bin! Wir haben nur absolut NICHTS mit dunklen Mächten zu tun, aber uns gegenseitig Treue, Respekt und Unterstützung schwören tun wir. Bei jedem Ritual.

Deswegen habe ich dann doch ein paar Fragen beantwortet. Und wieder bin ich nun öffentlich als Hexe gekennzeichnet worden. Immer mehr stellt sich mir die Frage, was eine Hexe eigentlich ist. Ich bin Druide. Kann ich gleichzeitig auch Hexe sein? Die Worte sind so unterschiedlich, aber ich für mich, kann mit reinem Gewissen sagen, dass beides gleichzeitig möglich ist.

  • Ich bin Hexe, weil ich ein Blick für mehrere Welten habe, weil ich eine Vermittlerin bin, weil ich mehr spüre und mehr will.
  • Und ich bin Druide, weil ich diese starke Verbindung zur Natur und zur Vergangenheit habe, weil ich diesen unstillbaren Durst kenne, der mit einem geöffneten Bewusstsein beginnt und in der zeitübergreifenden Gemeinschaft endet.

Meine Welt hat sich in den letzten Monaten stark geändert. Sie hat sich geöffnet, ist gewachsen und stabil geworden. Ich mag die Welt, mit ihren Höhen und Tiefen, mit ihren Schrecken und Wundern. Denn ich lebe hier.

Lebt kreativ und voller Liebe!


Die Bilder sind alle von der großartigen Peggy Schreiber, die mit mir schon dieses tolle Photoshooting vor ein paar Monten machte.

Ein Kommentar zu „7. Lange Nacht der Religionen 2018 – ein Erfahrungsbericht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s