Alte Sagen und Legenden studieren

Heute möchte ich Euch etwas darüber erzählen, wie es ist, sich mit Legenden und Sagen auseinander zu setzen. Wie vermutlich viele von Euch, bin auch ich schon lange von ihnen begeistert. Und dabei ist es fast egal aus welcher Kultur sie kommen, ich finde immer etwas an den alten Geschichten, mit dem ich mich verbunden fühle, was ich nachempfinden oder woraus ich lernen kann.

Vor ein paar Jahren kam ich in den Genuss ein wenig Zeit innerhalb meines Studiums zu finden und besuchte einen Kurs zum mittelalterlichen Epos Parzival. Ich schrieb über das Buch von Wolfram von Eschenbach schon beim quâtspreche, denn ich bin sehr begeistert davon. Gut fand ich, dass ich nicht nur das Buch lesen durfte, sondern durch die Diskussion im Seminar weitere Hintergrundinformationen bekam, über viele Inhalte tiefgehend philosophieren konnte und somit einiges an Input bekam. Doch diesen Luxus kann nicht jeder genießen, und doch ist es sinnvoll sich mit den alten Geschichten auseinander zu setzen.

Callanish, Schottland. Fotograf: Martin Zwick. Bildquelle: Geo.de

Warum? Weil sie mehr beinhalten als einfache schwarz/weiß Ansichten des Autors oder christliche Werte. Sie beinhalten Lebensweisheiten, Philosophien, Lehrreiches über Archetypen und Überlieferungen aus Zeiten, die wir nicht abschätzen können. Sie tradieren Kulturgeschichte, verbinden Kulturen und zeichnen ein Bild der Geschichte, das nicht vergessen, sondern zum klassischen Geschichtsbuch hinzugezogen werden sollte. Auch wenn Sagen und Legenden stark gefärbt sind von den Gefühlen der Schriftsteller oder Kulturen, so bieten sie doch ein einmaliges Gut. Denn eben jene Gefühle sind oft nicht in historischen Traktaten überliefert und damit ist nicht immer klar, wie einige Texte zu verstehen sind, oder wie der Autor wirklich zu dem Inhalt stand. Und manchmal sind die Geschichten der Verlierer gar nicht überliefert und wären ohne die Sagen und Legenden verloren.


Doch wie könnt Ihr selbst Sagen und Legenden studieren, so dass auch etwas sinnvolles dabei heraus kommt? Hier habe ich ein paar Vorschläge für Euch:

Eine Möglichkeit wäre, im Selbststudium einfach so viele Sagen zu lesen, wie Ihr könnt. Früher oder später werdet Ihr sicherlich die Gemeinsamkeiten/Unterschiede entdecken, Vergleiche ziehen können, oder ähnliches. Ich persönlich bin absolut davon überzeugt, dass jede Geschichte philosophisch aufgearbeitet werden sollte. Aber das kann für einen Anfänger eine sehr schwierige Angelegenheit sein.

Eine weitere Möglichkeit bietet eine Fernstudium. Und das muss gar nicht teuer sein! Die Internetplattform edX bietet kostenlose Kurse von vielen guten Unis weltweit an. Mit einer Spende von circa 50€ bekommt man nach Veranstaltungsende sogar ein Zertifikat nach der bestandenen Prüfung. [Für Studenten: Die Punkte kann man sich sogar anrechnen lassen….] Es gibt sehr spannende Kurse, unter anderem auch, und in diesen Kursen bin ich schon seit einer Weile eingeschrieben, „The Medieval Islandic Sagas“ oder „Religion, Conflict and Peace“ oder „Drawing Nature, Science and Culture: Natural History Illustration“. Aber es gibt tausende mehr, mit sehr unterschiedlichen Themen. Es werden Dokumente zur Verfügung gestellt und wenn man will, darf man auch selbst etwas schreiben, meistens auf Englisch, und dafür Feetback bekommen. Und es gibt wohl auch die Möglichkeit eine Diskussionsgruppe zu eröffnen. Ich empfinde dies als super Chance den eigenen Horizont zu erweitert und mehr Menschen mit gemeinsamen Interessen kennen zu lernen.

Außerdem, aber das ist leider heutzutage etwas schwer zu organisieren, würde ich mich sehr für eine Art ‚Buchclub‘ aussprechen. Eine Gruppe ließt zusammen ein Buch und diskutiert darüber in regelmäßigen Abständen. Dies kann wirklich eine tolle Alternative zu einem Studium sein. Es bietet viele gleiche Möglichkeiten des Austauschs, doch die Kosten einer Universität, die Zeitintensivität und der Leistungsdruck sind nicht vorhanden.

Bildquelle: Amt Joachimstal

Ich hoffe ich konnte Euch dazu inspirieren einen Blick in die alten Sagen und Legenden zu werfen. Ihr könnt mich auch immer ansprechen, wenn wir weitere Vorschläge braucht, oder etwas erläutert haben wollt. Möglicher Weise haben wir bald eine Möglichkeit, solch einen Buchclub auch online zu machen, oder, wenn es genug Interessenten gibt, dann vielleicht erstmal über Skype oder so. Sagt mir Bescheid, wenn ihr Kurse über edX gefunden habt, vielleicht könnte man darüber auch zusammen etwas organisieren.

Ich für meinen Teil liebe es über alte Sagen zu philosophieren, deswegen bin ich gern bereit mehr mit Euch zu arbeiten.

6 Kommentare zu „Alte Sagen und Legenden studieren

      1. Ja die aus Japan sind auch sehr schön und die aus Irland natürlich klassisch! 🙂 Aber ich kann sie auch nicht oft genug hören oder lesen.
        Auch die deutschen Sagen finde ich oft sehr spannend. Ich für meinen Teil kenne leider nur die wenigsten. Das versuche ich auch gerade zu ändern. 🙂

        Gefällt 1 Person

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