An sich arbeiten. Der Färbewaid

Vor einigen Wochen hat Bianca, von Phoebes Hexenstube, einige Karten aus keltischen Kartendecks für mich gelegt. Seitdem versuche ich die Aufgaben und Hinweise der Karten zu erforschen oder umzusetzen. Auch wenn ich schon einiges geschafft habe, liegt noch ein langer Weg vor mir. Jedoch habe ich gemerkt, dass jeder Karte seine eigene Zeit hat.

Färbewaid, Quelle: Deutschlands Flora in Abbildungen, http://www.biolib.de

Anlass für meine heutigen Gedanken sind meine negativen Gedanken der letzten Tage. Ich fühle mich so dünnhäutig, wie schon lange nicht mehr, kann die Sonner nicht mehr wertschätzen, oder mich über die kleinen Dinge im Leben freuen. Eine richtige kleine ‚depressive Verstimmung‘ hat von mir Besitz ergriffen, jedoch merke ich, dass ich dagegen aktiv etwas tun kann und will. Nachdem ich meine Notizen durchgelesen habe, stieß ich auf den [umgekehrten] Färbewaid. Er symbolisiert die Sehnsucht nach Freiheit und Befreiung von aktuellen Strukturen. Er zeigt mir, dass ich mich verwundet fühle und unbedingt etwas ändern muss.

Offenbar bin ich momentan nicht frei genug in meiner eigenen Kreativität Freiheit zu finden. Ich kann meinen eigenen Weg nicht fühlen und das belastet mich sehr, denn mir wird die Frage in letzter Zeit oft gestellt. Ich habe leider nie eine Antwort parat, denn egal was ich antworten würde, ich würde nicht die Wahrheit sagen.

 

Letztens habe ich einen Versuch unternommen klar zu formulieren, was ich will, aber das ist nicht so einfach. Was ich will und was ich gut kann, sind unterschiedliche Dinge. Ich bin langsam der Überzeugung, dass ich ein guter Coach wäre. Doch wofür? Habe ich selbst nicht noch zu wenig gelernt? Ich kitzel gerne die Kreativität aus Menschen, animiere sie sich selbst zu verwirklichen, sich auszudrücken und über ihre Schatten zu springen. Doch selbst bin ich darin sehr schlecht.

Bianca rät mir zu formulieren, wofür ich frei sein will. Also hier ein Versuch.

Ich möchte frei sein für …

… lange Spaziergänge in der Natur, um die Ruhe in meinem Innern zu finden, um das beste ICH zu sein.

… Kreativität, für Projekte, um die Natur zu studieren, sie zu nutzen, Kosmetik, Wohltuendes oder Heilendes aus ihr zu machen.

… Menschen, möchte ihnen helfen, ihnen zeigen wie schön das Leben sein kann und wie gut es tut, wenn wir uns gegenseitig stützen und lieben.

… Abenteuer, für Mut und Gemeinschaft.

Und trotz der ganzen Wünsche, die ich doch recht einfach formulieren konnte, sehe ich keinen Weg in der Gesellschaft einen Platz finden. Es quält mich der Gedanke, dass ich meinen Mann dabei unterstützen muss für uns zu sorgen, finanzielle Sicherheit zu bieten. Und auch die Stimme der Erziehung sticht mir ins Gewissen, die mir immer wieder sagt unabhängig zu bleiben, lieber nicht zu vertrauen und jederzeit für mich selbst sorgen zu können. Letztere Punkte sind absolut schreckliche Gedanken, die ich mit aller Kraft nicht zu Ende denken will.

Was also tun? Ich habe in der letzten Zeit so viel geändert. Was noch? Ich bin ziemlich ratlos. Vielleicht bringen die Rauhnächte ja etwas förderliches zu Tage.

2 Kommentare zu „An sich arbeiten. Der Färbewaid

  1. Ein wirklich ehrlicher, aber auch schöner Beitrag, trotz des ernsten Themas..
    Ich bin völlig bei dir, was diese innere Rat- und Rastlosigkeit angeht. Ich finde es aber wirklich bewundernswert, dass du dir aktiv Gedanken machst & einen Ausweg suchst, bevor es „schlimmer“ wird. Aber du weißt doch, gerade jetzt ist viel bei dir los & im Umbruch…
    Vielleicht setzen wir bei Zeiten mal das mit dem Grunewald um.. da können wir bestimmt auch Kraft tanken!

    Gefällt 1 Person

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